Berlinfahrt 2006 - Die Woche aus Sicht der Schüler

Berlinfahrt – Montag

08:00 (viel zu früh für einige...): Abfahrt. Nachdem endlich die Wagenladungen Gepäck der Mädels ;-) (Kommentar: Stimmt doch gar nicht!!) irgendwie in den Bus gequetscht waren, konnte es losgehen. Verteilt auf zwei Busse mussten Schüler und die Lehrer Herr Peters, Herr Rheker, Frau v. Boeselager, Frau Meyer-Tokic und Schwester M. Theresia jetzt irgendwie die 7h Fahrt rumkriegen, bis wir schließlich in Schloss Sanssouci ankamen - bei kaltem, aber immerhin trockenem Wetter. Dieses sollte uns auch die folgenden Tage in ähnlicher Form begleiten - gutes Wetter gab's leider gar nicht. Aber zurück zu Sanssouci. Herr Peters hatte eine noch einige Schüler "überzeugt" Referate zu halten ;-) sodass wir unsere eigene kleine Führung hatten. Danach konnten wir noch kurz auf dem Gelände rumlaufen bis es wieder in den Bus ging und damit ab nach BERLIN! Das St. Michaels-Heim, indem die Brede seit Jahren zu Gast ist, sah dann auch recht überzeugend aus (was leider, wie wir hinterher feststellen mussten, nicht unbedingt für das Essen gilt...). Also schnell die Zimmer bezogen, Abend gegessen und dann ging's auch schon los zur ersten Veranstaltung, der Blueman Group. Wir kamen etwas zu früh an und durften deshalb noch kurz den Potsdamer Platz unsicher machen, bis wir schließlich den Weg in die Show fanden. Hat sich dann aber auch gelohnt. Einige waren davon so schwer begeistert dass sie spontan noch ein Stück "Requisite" (ein Stück Krepppapier ;) ) mitgehen ließen.

Berlinfahrt – Dienstag

Nachdem wir am Dienstag morgen frisch und ausgeschlafen um 9 Uhr das Michaelsheim verließen, warteten schon unsere Stadtführer in den Bussen. Wir fuhren durch mehrere Stadtviertel, u.a. Grünewald, Kreuzberg und Mitte, und besichtigten in aller Schnelle die wichtigsten Touristenziele in Berlin. Hierbei stolperte man an jeder Ecke über Vorbereitungen für die diesjährige Fußball-WM. Von den Büschen auf den Verkehrsinseln bis hin zum Fernsehturm wurde in diesen Monaten alles annähernd rundes zum Fußball umlackiert.
Den Nachmittag hatten die Schüler zur freien Verfügung. Schade nur, dass wir Kleinstädter uns in der Weltstadt Berlin nicht auf Anhieb zurechtfanden. Doch zu guter letzt fand jeder das Brandenburger Tor (und den großen Fußball davor) wieder...
Von dort aus fuhren wir direkt ins Regierungsviertel zum Bundestag. Nach längerer Personenkontrolle wurden wir unter ständigem Meckern des Sicherheitsdiensts zu unserem Bundestagsabgeordneten Jürgen Herrmann geführt. Er stand uns eine Stunde lang Rede und Antwort zu unseren Fragen. Anschließend besichtigten wir noch den Plenarsaal und hörten uns einen Vortrag über Parlamentstagungen an.
Das Schönste an dem Abend war dann der Blick über Berlin bei Nacht. Dazu mussten wir mit dem Fahrstuhl auf die Kuppel des Bundestages fahren. Nachdem einer von 2 Fahrstühlen wegen Überfüllung nicht mehr arbeitete, dauerte der Aufstieg dementsprechend lange. Aber die Aussicht entschädigte alles!
Nach einem langen Tag kamen wir ca. 2 Stunden zu spät wieder im Michaelsheim an.

Berlinfahrt – Mittwoch

Als wir nach dem Frühstück in die alte Nationalgalerie gefahren sind, schien sich die Stimmung - anfänglich gut - zu verändern. Erst war ich noch interessiert an den Bildern, doch dadurch, dass unser Blick, von der uns führenden Kunststudentin auf einzelne Bilder gelenkt wurde, war das Interesse schnell vorübergegangen. Als ein Mitschüler nachher noch in die Räume gehen wollte, die wir mit der Führerin nicht gesehen hatten, dachte ich, naja, Photos machen und dann in die Stadt zum Mittagessen um danach noch etwas von derselbigen zu erleben. Aber da man sich plötzlich die Bilder angucken konnte für die man sich interessierte und ab da stand für mich fest: Kunst ist schön - man muss sie nur in Ruhe auf sich wirken lassen. In dieser Zeit entstanden auch die Bilder der Fresken, die die Geschichte von Joseph (der mit den 7 guten und 7 schlechten Jahren) zeigen. Zu diesen Fresken (Wandmalereien) ist zu sagen, dass ein deutscher König sich diese gekauft hat, zu der Zeit da sie noch in Italien an die Wand gemalt waren. Von nun an begann die Suche nach einem Menschen der es sich zutraute diese von der Wand abzumeißeln. Dieser "Narr" - so nannten ihn die Leute weil sie das, was er sich zutraute für unmöglich hielt - fand sich nach dem Tod des Königs. Nun mussten aber die "Bild-Wände" noch über die Alpen transportiert werden. Um zu zeigen welch bemerkenswerte Tat er da vollbracht hat, hat man den Rahmen bis heute nicht entfernt.

Fresko Joseph

Joseph deutet den Traum des Pharao

Joseph trifft seine Brüder

Nach dem Mittagessen in einem Schnellimbiss unserer Wahl konnten wir noch schnell um Alexanderplatz gehen und uns den Fernsehturm angucken. Dann trafen wir uns vor dem Palast der Republik, der abgerissen wird, um dort bis 2012 das alte Stadtschloss wider aufzubauen und fuhren mit dem Bus in den Bendler Block, wo sich das Verteidigungsministerium befindet. Dort waren wir jedoch so früh, dass wir uns noch eine Dokumentation über die NS-Zeit angucken konnten. Nach der Sicherheitskontrolle im Verteidigungsministerium haben wir eine Selbstvorstellung der Bundeswehr gesehen und konnten danach noch fragen stellen. Auf die Frage was passieren würde, wenn man auf das Gebäude schießen würde, meinte der Mann von der Bundeswehr in etwa: "Bis 50m dürfte das eine gewaltige Antwort von uns geben. Ab 100m ist dies Sache der Polizei." Nach einer Eindeckung mit einer Vielzahl von Prospekten in der Pause und nach einer Stärkung mit Getränken ging es weiter und wir bekamen Informationen zum Wehrdienst und zu Auslandseinsätzen, zu denen wir einige Fragen hatten. Am Ende bekamen wir noch kleine Geschenke, für die wir uns bedankten.

Am Abend stand dann wahlweise ein Besuch im Kabarett (Die Wühlmäuse) oder im Musical (What a feeling) auf dem Programm.
Obwohl die "Wühlmäuse" eine Stunde später die JH verließen kamen wir viel zu früh. Nach einem Gang in eine Kneipe in der Nähe, weil wir wie so oft zu früh da waren, konnten wir das Programm von Matthias Brodowy bestaunen, der nach der Pause das ganze Publikum zum lachen brachte. Es war eine gute Abwechselung zwischen Sprach und Gesangsstücken, die er auf dem Flügel begleitete. Das Ende war noch einmal ein großer Lacher, kam er nicht nur immer wieder auf die Bühne um einen Weiteren Witz zu präsentieren, sondern feuerte, im Publikum stehend, dieses zu Zugabe-Rufen an.


Matthias Brodowy


Dagegen war das Musical für einige eher enttäuschend. Die Musik der 80er Jahre war für uns 90er-Geborenen größtenteils unbekannt. Auch die Story war recht unrealistisch: Es geht um die Bemühungen eine alte Band wieder zusammenzustellen und eine (500.000 teure) Garage zu kaufen... Im Ganzen hatte man das Gefühl, dass die Geschichte krampfhaft um möglichst viele 80er Jahre-Stücke herumgeschrieben wurde. Aber trotz dieser Schwächen, hatten wir einen recht coolen Abend und fuhren sogar relativ pünktlich zum Michaelsheim zurück.

Alles in allem war dies ein sehr schöner Tag und wir waren zum Teil müde, was uns jedoch nicht davon abhielt, trotzt der Kontrolle durch die Lehrer bis etwa halb eins über verschiedenste Dinge zu diskutieren, zum Beispiel über Liedtexte.

 

Berlinfahrt – Donnerstag

Morgens fuhren wir – nach (mehr oder weniger ausgiebigem) Frühstück – ins Deutsche Technik Museum Berlin (DTMB). Zum Ärger mancher Mitschüler beschnitten die Lehrer die Besuchszeit auf 2 Stunden, nach den zwei Stunden jedoch waren viele auch ganz froh, dass es vorbei war. Bei der Abfahrt zum Potsdamer Platz sorgte der Bus für Aufregung, also hieß es: Anschieben. Doch glücklicherweise sprang der Bus an. Am Potsdamer Platz hatten wir dann die Möglichkeit, unsere im Verteidigungsministerium bekommen Gutscheine bei MacDonalds einzulösen. Nachmittags besuchten wir dann das ehemalige Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen . Eine der vier Gruppen wurde von einem Kamerateam der Deutschen Welle, dem Auslandssender der Deutschen Fernsehen begleitet. Deshalb nahm sich der Führer Mad-Maik, ein ehemaliger Gefängnisinsasse - aus politischen Gründen wohlbemerkt -, auch extra viel Zeit für die Führung: Die Führung der anderen Gruppen dauerten ca. eine Stunde, diese Führung jedoch zwei-einhalb Stunden, sodass diejenigen, die an den kurzen Führungen teilgenommen hatten, ziemlich sauer waren, da sie so lange im Bus warten mussten.  Um 17:30 ging es dann endlich zurück zum Michaelsheim, wo schon das Abendessen auf uns wartete. Danach war freier Abend, wobei die Lehrer uns um 22:00 Uhr ein Getränk in der dem Michaelsheim angegliederten Bar spendieren wollten, sodass es ein für die meistem ein sehr später Abend werden sollte.

 

Gedenkstätte Hohenschönhausen

                            Gefängnistrakt des ehemaligen Stasi-Gefängnisses Hohenschönhausen 

Berlinfahrt – Freitag

Nach dem freien Abend am Tag zuvor ging es für manchen mit Katerstimmung in den neuen Tag. Um 11:00 Uhr war Abfahrt, jedoch ging es nicht direkt nach Hause zurück, sondern erst besuchten wir noch den eine Woche zuvor neu eröffneten Berliner Hauptbahnhof – ein gigantisch großes Bauwerk, doch trotz seiner Größe sehr übersichtlich: Ganz unten verkehrte die U-Bahn, im Stockwerk darüber die S-Bahn und ganz oben schließlich der Fernverkehr (weitere Bilder vom Hauptbahnhof).

Nach einer halben Stunde Aufenthalt ging es dann  - endlich - nach Hause. Wir hatten kaum Stau und kamen um ca. 16:30 in Brakel an.

            

Berliner Hauptbahnhof von außen                          Unsere Lehrer im Hauptbahnhof

 

 

                                                       

Impressionen vom Hauptbahnhof