Eine Schule fährt nach England

Eltern, Schüler, Ehemalige und Lehrer der Brede für 11 Stunden in der Domstadt Canterbury

Christ Church Gate vor der Kathedrale von Canterbury

Brakel/Canterbury

Englisch hautnah erleben sollten Schüler der Brede in Brakel. Aus der pädagogischen Idee entstand ein Großprojekt. Nach Rückfragen bei Eltern, Schülern, Lehrern und Ehemaligen waren schnell 445 Personen zusammengekommen, die das reizvolle Angebot wahrnahmen, die englische Domstadt und Sitz des Erzbischofs am 21.02.98 für einen Tag zu erkunden.

Bevor die Fahrt jedoch realisiert werden konnte, galt es für die Englischlehrer Felizitas von Boeselager und Wolfgang Hentschel eine Reihe von organisatorischen Fragen zu klären. Schließlich ist es eine nicht alltägliche Aufgabe, fast 500 Personen sicher nach England und zurück zu geleiten. Daher konnte von den Schülern auch nur mitreisen, wer eine volljährige und verantwortliche Begleitung vorwies.
Eindrucksvoll reihten sich neun große Reisebusse Freitagnacht auf dem Bredenparkplatz auf und es grenzte schon fast an ein Wunder, wie schnell sich die 445 Menschen auf die verschiedenen Reisebusse verteilten. Die weißen Klippen von Dover blieben am nächsten Morgen leider vielen Mitreisenden im Dunst eines verregneten englischen Februartages verborgen. Dennoch ließen es sich die Reiseteilnehmer nicht nehmen, die gemütlichen und vom typisch englischen Fachwerk gesäumten Gassen der mittelalterlichen Stadt Canterbury zu erkunden.
Neben einer Stadtrallye war der Besuch der Canterbury Tales, einer Attraktion der besonderen Art, ein erster Höhepunkt der Fahrt. Dort werden Geoffrey Chaucer's berühmte Erzählungen zum Leben erweckt. Das Museum vermittelt auf unterhaltsame und lehrreiche Weise und unter Einsatz modernster Medien einen faszinierenden Einblick in das mittelalterliche England und in die volkstümlichen Erzählungen des in Großbritannien überall bekannten Dichters Chaucer, der im 14. Jahrhundert wirkte.
Ein weiteres und wohl das bedeutendste "highlight" von Canterbury ist die Kathedrale aus dem 6. Jahrhundert. Sie ist die Mutterkirche der anglikanischen Kirche. In ihrer heutigen Form geht sie auf das Ende des 15. Jahrhunderts zurück. Das Langhaus ist ein besonders schönes Beispiel der Spätgotik, die in England auch "Perpendicular Style" genannt wird. Zwecks authentischer Vorbereitung eines Theaterstückes war eine Kollegin eigens angereist, um sich den Ort eines mörderischen Verbrechens anzuschauen. In seinem eigenen Dom wurde der ehemalige Freund und Berater Heinrichs II., der Erzbischof Thomas Becket auf Geheiß des Königs von loyalen Rittern wegen seines Einsatzes für die Kirche im Jahr 1170 hinterhältig ermordet.
Neben der Besichtigung kultureller Besonderheiten der englischen Bischofsstadt blieb den Schülern noch genügend Zeit ihre Englischkenntnisse "vor Ort" zu erproben, sei es, um nach dem Weg zu fragen, Souvenirs einzukaufen oder einfach mit den gastfreundschaftlichen Engländern ins Gespräch zu kommen. Zum Pflichtprogramm gehörte natürlich auch der Verzehr von "fish 'n' chips", einem Brauch, dem jeder Engländer schon einmal nachgekommen ist und, zumindest für die Erwachsenen Teilnehmer, der Genuss eines "Guiness" in einem der zahlreichen urgemütlichen und typisch englischen "Pubs". Eine weitere Fährüberfahrt quer durch die meistbefahrene Wasserstraße der Welt, den Ärmelkanal, und die anschließende Nachtfahrt zurück nach Brakel setzten den Schlusspunkt unter einen gelungenen Beitrag zu kultureller Verständigung und für viele Teilnehmer erstmalige Chance "merry old England" zu besuchen. Der motivationale Erfolg bei den Schülern soll sich dann auch bei der nächsten Klassenarbeit zeigen.